Ein Wort des Kirchenvorstands

Vor den Osterfeiertagen hat der Kirchenvorstand beschlossen, Gottesdienste nur dann mit Präsenzgemeinde zu feiern, wenn die 7-Tages-Inzidenz unter 100 liegt. Das hat den einen oder die andere enttäuscht. Wir verstehen das sehr gut. Und wir vermissen auch schmerzlich, Sie vor Ort begrüßen zu können und mit Ihnen Gemeinschaft im Gottesdienst zu erleben. Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, haben viele Aspekte erörtert und abgewogen. Aber aus Verantwortung für Ihre und unsere Gesundheit und für die Gesellschaft halten wir es für richtig, Versammlungen in unseren kleinen Kirchen zu vermeiden, wenn die 7-Tages-Inzidenz über 100 liegt und in vielen gesellschaftlichen Bereichen die Kontakte minimiert werden. Dies ist auch der Grenzwert, der im neuen Infektionsschutzgesetz für die Notbremse vorgesehen ist.

Im Kirchenvorstand gibt es eine Arbeitsgruppe, das „Coronakabinett“. Es berät seit einem Jahr regelmäßig die aktuelle Lage, bezieht die rechtlichen und politischen Gegebenheiten, sowie die Empfehlungen der Kirchenleitung mit ein und legt dann dem Kirchenvorstand einen Regelungsvorschlag zur Beschlussfassung vor. Der Kirchenvorstand hat diese Vorschläge oft gutgeheißen, aber immer wieder nochmal intensiv diskutiert und verändert. So ist auch die derzeitige Regelung entstanden und in der Sitzung vom 15.4.2021 bestätigt worden.

Wir haben auch lange darüber beraten, wie wir mit den Konfirmationen in diesem Jahr verfahren wollen. Zunächst haben wir die Konfis in mehrere kleinere Teilgruppen aufgeteilt und wollten ein ganzes Wochenende mit insgesamt 18 Gottesdiensten feiern. Aber auch diese Feiern haben wir abgesagt. Die Konfirmand*innen des letzten Jahres hätten Ende April ihre Ersatztermine gehabt – ebenfalls in vielen kleinen Gruppen. Auch diesen Familien haben wir ans Herz gelegt, ein weiteres Mal zu verschieben. Das haben einige auch getan. Aber eine ganze Reihe von Konfirmand*innen wollten verständlicher-weise nicht noch länger warten. Hier hat der Kirchenvorstand entschieden, analog etwa zu Beerdigungsgottesdiensten die Jugendlichen einzeln und nur im allerengsten Familienkreis zu konfirmieren.

Uns ist bewusst, dass ohne den Gottesdienst in unseren Kirchen vielen etwas Wichtiges fehlt. Wir versuchen, durch die Onlineandachten und den Gottesdienst per Online-übertragung die Teilnahme zu ermöglichen. Aber viele befriedigt das nicht, trotz all der Kreativität und Bemühungen in den Vorbereitungen. Und viele haben auch nicht die technischen Voraussetzungen. Das verstehen wir. Wir möchten Ihnen aber dennoch herzlich und nachdrücklich sagen: Wir sind miteinander in Verbindung! Lassen Sie uns diese Verbindung unbedingt aufrechterhalten, die Herausforderung annehmen und das Bestmögliche daraus machen. Wir meinen auch: Zu was das gut ist, weiß Gott allein. In Gottes Händen liegt das alles. In diesem Vertrauen wollen wir die Herausforderungen mit Ihnen annehmen.

Herzliche Grüße im Namen des Kirchenvorstands

Dr. Daniela Seidel        Sabine Steffen        Pfarrer Dr. Sebastian Degkwitz