Das Vikariat geht zu Ende

Wer gerne eine größere Radtour unternehmen möchte, der braucht einiges an Vorbereitung: Zunächst muss da die Route ausgesucht werden, die sollte weder zu leicht noch zu schwierig sein. Dann braucht es die passende Ausrüstung: Flickzeug für die Reifen, Trinkflaschen und Wechselklamotten. Zuletzt sollte man noch überlegen, mit wem man eigentlich unterwegs sein möchte.

Ich habe in den letzten zweieinhalb Jahren im schönen Alpenvorland selbst einige solcher Radtouren unternommen. Mein Vikariat ist im März vorbei und ich finde, meine Zeit hier in der Gemeinde war auch ein bisschen wie eine große Radausfahrt. Die Route war durch die Landeskirche gut geplant. Mit Sebastian Degkwitz als Mentor habe ich schnell den richtigen Tritt gefunden, und dank vieler offener und freundlicher Menschen in der Gemeinde fiel mir der Start leicht. Den größten Teil meiner Strecke habe ich hier in Waldperlach und Putzbrunn verbracht, zwischen Jubilatekirche und St. Martin, bin zur Gänselieselschule geradelt oder in die Realschule nach Neubiberg  gefahren. Einen anderen Teil der Strecke habe ich im Predigerseminar in Nürnberg verbracht. Dort gab es immer wieder die passende Theorie zur Praxis in der Gemeinde und den Kontakt zu den anderen Vikarinnen und Vikaren aus Bayern.

Mein Tour-Gepäck wurde unterwegs immer schwerer, denn ich durfte viele Erfahrungen hineinpacken: Da waren Sonn- und Festtagsgottesdienste, die ich wirklich gerne gefeiert habe; Taufen und Beerdigungen, in denen ich viel Vertrauen geschenkt bekommen habe; Konfirmationen und Veranstaltungen, bei denen ich gespürt habe, wie lebendig der Glaube in dieser Gemeinde ist. Corona hat manches zur Herausforderung werden lassen, auch in meinem Vikariat, aber mein Gepäck, meine Erfahrungen, habe ich nie als Last empfunden. Ich war wirklich beeindruckt, wie viel positive Energie ich von der Kirchengemeinde bekommen habe. Besonders bei meinem Prüfungsgottesdienst im Juni 2021: Ich bedanke mich für alles Mitfiebern, die ermutigenden Worte und die volle Kirche!

Weggefährten waren natürlich meine Kollegen, allen voran Sebastian Degkwitz, dem ich gar nicht genug danken kann. Ein klasse Mentor mit viel Fachwissen, Menschenkenntnis und einem großartigen Humor. Danke sage ich auch an Martin Westermeier, Verena Ambs, Anne Kortbein und Philipp Stoltz für all die Unterstützung – oft ohne zu fragen wusstet ihr, was ich brauche und was mir hilft. Und ein großes Vergelt‘s Gott geht natürlich an den Kirchenvorstand und die gesamte Kirchengemeinde – ich durfte viele wertschätzende Begegnungen erleben, bei Hausbesuchen, KV- Sitzungen, Abendandachten und anderen Gelegenheiten.

Mit einigen Fahrrädern im Gepäck ziehen meine Verlobte und ich nun nach Kempten ins Allgäu, wo ich meine erste Pfarrstelle antrete. Die Radtour ins Allgäu habe ich für euch schon mal geplant! Ich empfehle einen Zwischenstopp am Peißenberg, zurück geht es dann mit dem Zug. Wer einen Ausflug machen möchte, ist herzlich willkommen!

Euer Tim