Gemeindechronik

Jubilatekirche München Waldperlach und St. Martin Putzbrunn (im Ökumenischen Kirchenzentrum)

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Waldperlach feiert im Mai 2012 sein 100-jähriges Bestehen. Vor hundert Jahren kamen  ersten Siedler, die sich auf der Perlacher Haid, einem bewaldeten Heideland zwischen Perlach im Westen, Putzbrunn im Osten und Unterbiberg (heute Neubiberg) im Süden niederließen. Noch 1920 zählte Waldperlach erst 200 Anwohner. Damals  wurde ein Wasserturm errichtet, der die Anwohner über Jahre mit Wasser versorgte.

Heute zählt Waldperlach, 1930 gemeinsam mit Perlach in München eingemeindet, zu den beliebtesten Wohngebieten am Münchner Stadtrand mit rund 10.000 Einwohnern, auch weil der Ortsteil seinen verträumten Charakter als grüne Gartenstadt nicht verloren hat. Zwei Kirchen, eine Grundschule, mehrere Kindergärten und Altersheime, das Leiberheim und eine kleine Einkaufszeile am Waldheimplatz, Sportverein und Feuerwehr und verschiedene Nachbarschaftsvereine - das war es und so blieb es. Doch Waldperlach hat mehr: Seine gefühlte Verbundenheit zu Neubiberg mit einer gemeinsamen Stadtgrenze sowie eine ausgezeichnete Verkehrsanbindung nach Neuperlach und zur Münchner Innenstadt.

Waldperlach - früher und heute

 

Zur Geschichte der Jubilatekirchengemeinde

So fing alles an

Erste Anfänge einer eigenen evangelischen Gemeinde in Waldperlach und Putzbrunn gehen zurück auf die fünfziger Jahre des letzten Jahr- hunderts. Damals verfügte die Kirche  über keine eigenen Räumlichkeiten.

Stattdessen war der Gottesdienstbesucher sonn- tags zu Gast in der 1952 neuerbauten Gänseliesel- schule. So wurde der Gottesdienst zunächst in einem Klassenzimmer und später im Treppenhaus mit Pfarrer Johannes Schulz von St. Paulus in Perlach gefeiert. Altar und Bestuhlung wurden zu einem mehr oder weniger sakralen Andachtsraum hergerichtet und am Ende für den Schulbetrieb am nächsten Tag wieder zurückgewandelt.

Die Gemeinde selbst war noch zu überschauen. Jeder kannte jeden. - Wer aber einen Festgottes- dienst besuchen, getauft oder konfirmiert werden wollte, musste weiterhin den beschwerlichen Weg nach Perlach antreten.

Der weite Weg in die Eigenständigkeit

1967 erfüllte sich der Traum eigener Räume mit dem Bau des Evangelischen Gemeindezentrums. Es entstand in unmittelbarer Nachbarschaft des aufge- lassenen Wasserturms, der zwischenzeitlich die Sirene der nahen Polizeistation trug. Der schlichte Behelfsbau wurde damals als ein echtes Geschenk empfunden.

Gemeindezentrum, 1968

Eine Kirchengemeinde wird volljährig

In die segensreiche Amtszeit von Pfarrer Günter Wilding (1979 - 1989) fielen mehrere Ereignisse:

Sicht- und hörbares Zeichen war 1980 der Umbau des alten Wasserturms zu einem ansehnlichen Kirchturm. Der Turm blieb so als das Wahrzeichen Waldperlachs erhalten; sein weit vernehmbares Geläut verkündet seitdem Tag für Tag die Mittags- und Abendzeit. Mit der festlichen Glockenweihe war auch die offizielle Namensgebung Jubilatekirche verbunden.

1982 löste sich die Jubilategemeinde endgültig von ihrer Mutterkirche St. Paulus in Perlach. Ihr war von Kirche und Staat der Status einer eigenen Rechts- persönlichkeit verliehen worden.

Chronik Gänselieselschule(2)02

In den nächsten zwanzig Jahren änderte sich vieles: Der Bevölkerungs- und Gemeinde- zuwachs in Waldperlach und Putzbrunn explo- dierte geradezu. Doch es sollte noch 15 Jahre vergehen bis die hiesige Gemeinde über eigene Räume verfügte.

Im Jahr zuvor ging bereits ein zweiter Wunsch in Erfüllung: Waldperlach erhielt ein eigenes Vikariat, das mit dem damaligen Vikar und späteren Pfarrer Rudolf Seitz (1966 - 1977) besetzt war. Die Amtsführung oblag weiter bei St. Paulus in Perlach; dort hatte inzwischen Pfarrer Dr. Johannes Richter sein Amt angetre- ten.

Nun begann die Blütezeit einer jungen, stetig wachsenden Gemeinde, die mit starken Zuzug in Waldperlach und Putzbrunn einher ging. Bald erwies sich das Gemeindezentrum als zu klein, so dass dieses 1979 noch einen Anbau erfuhr.

Mit der Verabschiedung des Pfarrers Rudolf Seitz 1977 begann eine lange Vakanzzeit unter dem Perlacher Pfarrer Dr. Johannes Richter. Sie endete erst 1979 mit dem Antritt des Vikars und späteren Pfarrers Günter Wilding.

Zuvor hatte sich eine Gruppe entschiedener Christen breit gemacht, die nicht dazu beitrugen, den inneren Frieden der Gemeinde zu erhalten. Es blieb zum Glück bei einer nur kurzen Episode.

Glocke 1980

Krönender Abschluss war 1986 die Errichtung eines eigenen Kirchengebäudes.  Der Kirchenbau ist ein gelungenes Beispiel für eine moderne Holzbauweise mit  den Grundsätzen alter Kirchenbaukunst.Damit war ein geschlossenes Ensemble, bestehend aus Kirche, Gemeindezentrum und historischem Kirchturm, geschaf- fen. Die auf rund 1.500 Mitglieder angewachsene Jubilategemeinde hatte endlich den ausreichenden Raum für Gottesdienste, Gemeindeveranstaltungen und Treffen der Gemeindegruppen.  

In die Amtszeit von Herrn Pfarrer Gerhard Wolfermann (1990 - 2004) fiel 1993 der Bau des neuen Gemeindezentrums St. Martin, Putzbrunn. Damit hatte der Gemeindeteil Putzbrunn erstmals eine eigene Heimstätte. Zuvor fanden ab 1963 erste Gottesdienste erst im Schulhaus, später im Rathaus und im Bürgerhaus statt, bis endlich 1979  in der Münchner Straße und dann später in der Hermann-Oberth-Straße eigene gemietete Räume bezogen werden konnten. Mit dem Neubau erhielt unsere Gemeinde eine zweite, allerdings nur halbe Pfarrstelle. Die damit verbundenen Aufgaben wurden von Frau Pfarrer Martina Herold (1994 - 1995), Herrn Pfarrer Lars Schmidt-Lanzerath (1995 - 2002) und Herrn Siegfried Bernard (2002 - 2005) wahrgenommen.

Im Jahr 2005 schlugen wir ein neues Kapitel unserer Gemeindechronik auf: Es begann im zu Christi Himmelfahrt mit der Einführung unseres neuen Pfarrers, Herrn Klaus Gruzlewski, setzte sich im Oktober mit der Einweihung des neuen Gemeindehauses in Waldperlach fort und wurde schließlich mit der Einführung unserer neuen Pfarrerin Barbara Hopfmüller abgeschlossen.

aktualisiert: Dienstag, 6. März 2012