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Aus der Geschichte der Jubilategemeinde

Jubilatekirche München Waldperlach und St. Martin Putzbrunn (im Ökumenischen Kirchenzentrum)

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Erste Anfänge einer eigenen evangelischen Gemeinde in Waldperlach/Putzbrunn gehen zurück auf die fünfziger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Damals verfügte die Kirche in Waldperlach und Putzbrunn über keine eigenen Räumlichkeiten.

Sonntags wurde regelmäßig Gottesdienst  zunächst in einem Klassenzimmer und später im Treppenhaus der 1952 neu erbauten Gänselieselschule mit Pfarrer Johannes Schulz von St. Paulus in Perlach gefeiert. Altartisch und Bestuhlung wurden  zu einem sakralen Vorraum hergerichtet und später wieder zurückgewandelt. . - Die Gemeinde selbst war noch zu überschauen: Jeder kannte damals jeden.

In den nächsten 20 Jahren änderte sich vieles: Der Bevölkerungs- und Gemeindezuwachs in Waldperlach und Putzbrunn explodierte geradezu. Doch es sollte noch bis 1967 dauern bis die hiesige Gemeinde über eigene Gemeinderäume verfügte.

Ein Gottesdienstbesucher in den fünfziger Jahren erinnert sich:

Da betrat man zögernd die Schule, ging die Treppe hoch - wie heute zur Wahl - und traf auf ein paar Menschen, die dabei waren, das Treppenhaus in einen Gemeinderaum umzuwandeln, mit einfachen Mitteln versteht sich. Ein paar Bänke und Stühle aus den Klassenzimmern, ein Tischchen für den Pfarrer und später ein Klavichord auf wackeligen Füßen. Zum ersten mal in meinem evangelischen Dasein wurde mir klar, was Diaspora sein konnte. Und dann kam Pfarrer Schulz, alles in der Tasche und unter dem Arm, was man zu einem Gottesdienst brauchte - meist mit etwas Verspätung und abgehetzt. Er mußte ja auch alles selber machen. Er blies die Trompete oder spielte die Querflöte und begleitete damit den nicht sehr begeisternden Gemeindegesang des kleinen Häufleins, das nicht sehr bequem auf den viel zu niedrigen Stühlen und Bänken saß. Wohlgemerkt nicht 1860 sondern 1962.

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Nach vielem Drängen und Bitten bekam  die damalige Gemeinde  Mai 1967  ihr erstes  Gemeindehaus. Was manchem heute als Provisorium erscheinen mag, war damals ein echtes Geschenk. Der damalige Kreis-Dekan für München, Oberkirchenrat Schmidt traf in seiner Festpredigt sicher den richtigen Ton, wenn er sagte:

Das ist ein schlichtes Gemeindezentrum, aber vielleicht entspricht gerade diese Schlichtheit dem Auftrag der Kirche Jesu Christi in der heutigen Situation. - Die Kirche hat nicht großartig zu repräsentieren; schon gar nicht hat sie sich selbst zu repräsentieren.”

Bereits vorher im Mai 1966 wechselte die  Amtsführung bei St. Paulus zu Pfarrer Dr Richter; kurz darauf wurde noch im Juni ein Vikariat für Waldperlach/ Putzbrunn errichtet, Als Vikar wurde Rudolf Seitz eingeführt. Beide arbeiteten Hand in Hand, wenn auch ihre theologischen Auffassungen durchaus unterschiedlich waren...

Zur Geschichte unserer Gemeinde gehört es auch seinem Vorgänger, Pfarrer Johannes Schulz einen verdienten Dank zu sagen. der den Bau des Gemeindehauses eingeleitet und eine Vikariatsstelle beantragt hatte.

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Der Glockenturm hat sein heutiges Aussehen seit Sept 1980. Damals feierte die Gemeinde ihr größtes Fest in ihrer noch jungen Geschichte mit der Glockenweihe und der offiziellen Namensgebung  “Evang.-Luth. Jubilatekirche Waldperlach”.

Mit dem Umbau zum Glockenturm blieb nicht nur das Wald-
perlacher Wahrzeichen aus der historischen Gründerzeit  erhalten, sondern wurde zu einem integralen Teil unseres Gemeindezentrums.

Der traditionsreiche Turm mit seiner neuen Spitze - ursprüng-
 lich während des Ersten Weltkriegs als Wasserturm errichtet  -  hatte an Ansehnlichkeit zusätzlich gewonnen. Er überagt noch heute alles, was bisher in Waldperlach gebaut wurde. Sein  Glockengeläut tagtäglich  mittags um 12 Uhr und abends um 19 Uhr ist  fester Bestandteil im Waldperlacher Tagesablaufs.

Aus dem Festprogramm am 21. Sept. 1980

Die beiden neuen Glocken unserer Jubilatekirche wurden von der Glockengießerei Gebrüder Bachert, Bad Friedrichshall am 18.07.1980 gegossen. Sie sind aus Bronze und 235 kg bzw. 144 kg schwer. Mit ihren Tönen bilden sie das Kleine-Terz-Motiv.

Die Betglocke läutet täglich zum Mittags- und Abendgebet. Ihre Inschrift lautet: “Alle Zungen sollen bekennen, dass Jesus Christus der Herr sei.” Ihr Symbol ist das Christusmonogramm mit der Krone.

Die kleinere Glocke dient als Taufglocke. Ihre Inschrift lautet: “Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.” Ihr Symbol ist der Weinstock mit seinen Reben.

Beide Glocken vereinigt rufen die Gemeinde zu ihren Gottesdiensten und wollen Gottes Lob hiausklingen lassen.

JUBILATE DEO! - Jauchzet Gott, alle Lande!

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aktualisiert: Montag, 10. Oktober 2011