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Angereist sind wir am Montag, 24. März, mit dem
Busunternehmen Weinberger aus Aying; Abfahrt um 5:00 Uhr an der Jubilatekirche, München-Waldperlach.
Nach dem Reisesegen, gespendet von Pfr. Klaus Gruzlewski, machten sich 40 Pilgerinnen und Pilger auf den Weg nach Rom. Unsere Fahrt führte durch Schneetreiben, Regen, Graupelschauer,
trübes, aber auch sonniges Wetter. Gegen 18:30 kamen wir in Rom an und hatten Glück: der starke Regen über Rom hörte rechtzeitig beim Eintreffen am Quartier auf. Wir waren eine
ökumenische Gruppe mit TeilnehmerInnen aus der Jubilatekirche und den Ottobrunner evang. und kath. Pfarreien. Die Reise begleiteten Pfr. Klaus Gruzlewski und Dekan i.R. Wolfgang
Schwandner. Untergebracht waren wir bei den Vietnamesischen Schwestern in „Foyer Phat Diem“ in der Via della Pineta Sacchetti.
Wie es sich für Pilger gehört, begann jeder Tag mit einer von Pfr. Gruzlewski gestalteten Andacht mit Liedern und Gebet; in deren Mittelpunkt jeweils eine Ostergeschichte stand. Und genauso
wurde jeder Tag nach dem gemeinsamen Tagesrückblick mit Lied und Gebet beschlossen.

Der Dienstag, 25. März, stand im Zeichen der beiden Märtyrer
Petrus und Paulus, die in Rom begraben sind. Wir besuchten drei der sieben Hauptkirchen Roms, zuerst Sankt Peter. Aber vorher war Geduld nötig, bis die bestellten Head-Sets endlich am
vereinbarten Treffpunkt beim Pilgerbüro eintrafen und wir uns so ausgerüstet mit unserem Führer, Herrn Hesse, in die Warteschlange für den Sicherheitscheck einreihen konnten. Herr
Hesse verstand es die Wartezeit mit interessanten Infos über die Geschichte Roms recht kurzweilig zu gestalten.
Der Petersdom ist das größte christliche Gotteshaus der Welt; 60.000 Menschen haben hier Platz. 1506 beauftragte Papst Julius II. den Architekten Donato Bramante mit dem Neubau an der Stelle
der antiken Petersbasilika, die Konstantin der Große über dem Grab des Petrus errichtet hatte. Bis zur Vollendung des Baus Jahre dauerte es 120 Jahre und bis heute wird von den Päpsten
weitergebaut. Die Erläuterungen zur Baugeschichte von St. Peter und die 90 minütige Führung in St. Peter durch Herrn Hesse fand ich ausgezeichnet. Er verstand es vorzüglich immer auch die
theologische Dimension dieses größten Gotteshauses der Christenheit mit einfließen zu lassen. Die Führung endete mit dem Weg vorbei an den Papstgräbern in der Krypta.
Nach der Mittagspause bei einem Stück Pizza ging’s nach San Giovanni in Laterano, der ersten Basilika der Christenheit, eine
Schenkung Kaiser Konstantins an Papst Silvester. Dort war anfangs auch der Sitz des Pontifikates. Leider konnten wir die
Taufkapelle und die Heilige Treppe (Scala Santa), worauf Christus im Haus des Pilatus hinaufgestiegen sein soll, nicht besuchen wegen der unterschiedlichen Öffnungszeiten.
Von da ging’s am Nachmittag mit der Metro nach San Paolo fuori le mura (St. Paul vor den Mauern). Sie wurde im Auftrag Kaiser
Konstantins über dem Grab des Apostels Paulus errichtet und war bis zum Bau des Petersdomes die größte Kirche der
Christenheit. Über den Säulen zieht sich ein Band mit 265 Medaillons aller Päpste. Noch sind 27 Plätze vorhanden. Nach einer
Legende kommt Christus wieder, wenn kein Platz mehr für ein Medaillon vorhanden ist.
Auch eine Kopie des Epitaphs vom Paulusgrab konnten wir sehen. Der altrömische Sarkophag wurde bei Ausgrabungen Dezember 2006 exakt unter dem Epitaph „Paulo Apostolo Mart” (dem Apostel und Märtyrer Paulus) an der Basis unter dem
Hauptaltar gefunden.
Bei dem Brand 1823 wurde die außerhalb der Stadtmauern gelegene Basilika bis auf die Mosaike des Triumphbogens und das
Ziborium über dem Altar zerstört. Aber auf Bitten des Papstes halfen christliche Nationen mit Spenden beim Wiederaufbau mit.
Besonders beeindruckend waren auch die reich verzierten Säulen im Kreuzgang, die mit ihren Marmorintarsien eine der kunstvollsten im Abendland sind.
Mit dem Abendessen, dem Tagesrückblick in gemeinsamer Runde und dem geistlichen Abschluss endete unser 1. Tag in Rom.

Der Mittwoch, 26. März,
stand ganz im Zeichen der Papstaudienz Auch hier brauchte es Geduld: Zuerst der Sicherheitscheck
und dann Warten bis der Papst kommt. Die Gruppe war angemeldet und wurde somit auch vom Papst Benedikt XVI. als „Ökumenische Pilgergruppe aus der Jubilatekirche“ begrüßt.
Viele, die schon mehrfach eine Papstaudienz miterlebt hatten, zog es in die Vatikanischen Museen, um dort u.a. die wunderbar
restaurierte Sixtinische Kapelle zu sehen. Viele hatten Glück und konnten dort auch einen der nicht gerade zahlreichen Sitzplätze
ergattern. Und konnten dann in Ruhe die Fresken von Michelangelo bewundern.
Nach der Mittagspause traf sich dann die ganze Gruppe wieder am Obelisken auf dem Petersplatz. (Er stammt aus dem Cirkus
des Caligula und Nero, in dem Petrus hingerichtet worden sein soll.) Um nun über die Via della Conciliazione (Straße der Versöhnung, die Mussolini anlegen ließ) zur Engelsburg zu gehen. Ursprünglich das Mausoleum Kaiser Hadrians bildete sie den
Grundstock der Festung, die den Päpsten als Fluchtburg, Schatzkammer und Gefängnis diente.
Von da ging’s weiter zur Engelsbrücke. Jeder der überlebensgroßen Engelsfiguren trägt eines der Marterwerkzeuge aus der
Leidensgeschichte Christi in der Hand. Die 10 Engelsfiguren entwarf 1668 Gianlorenzo Bernini. Zwei hat er selbst geschaffen, die übrigen acht seine Schüler.
Wir überquerten den Tiber und kamen zur Piazza Navona, mit seinen drei Brunnen. Ursprünglich ein Wettkampfstadion von Kaiser
Domitian (86 n. Chr.) schuf Papst Innozenz X. 1650 den barocken „circo agonale“ (agon = Wettkampf), den die Römer zur Piazza Navona verballhornten. Das Prunkstück der Piazza, die Fontana dei Quattro Fiumi (Brunnen der 4 Flüsse) von Gianlorenzo Bernini
war leider wegen Restaurierung eingerüstet. Über der Felsengrotte, gekrönt vom Obelisken, sitzen die Flussgötter der vier
Weltströme Donau, Nil, Ganges und Rio de la Plata. Der letzte unter den Muskelmännern nimmt eine abwehrende Pose ein, als
befürchte er den Einsturz der Kirche S. Agnese in Agone gegenüber, die das Werk von Berninis Konkurrenten Francesco
Borromini ist. Nur, die Kirchenfassade wurde erst zwei Jahre später nach dem Vier-Ströme-Brunnen 1652 erbaut.
Und da das Wetter recht kühl war, besuchten wir die Kirche der Hl. Agnes (San Agnese in Agone) und verschoben den Eisgenuss auf den nächsten, hoffentlich etwas wärmeren Tag.
Nur ein kurzer Weg und wir sind am Pantheon, das Markus Agrippa, Schwiegersohn von Augustus, 27 v. Chr. den Göttern bauen
ließ: Ein Zylinder mit einer Kuppel drauf, umgebaut von Kaiser Hadrian, verschandelt im Barock, jetzt entfremdet als Grabmal für das italienische Königshaus Und der Maler Raffael ist dort begraben.
Am Rande der Piazza della Rotonda gings dann zum Cafe` d’Oro, wo es einen der besten Kaffees, Espresso oder Cappuccino Roms gibt.
Nach kurzer Kaffeepause, ein kurzer Schwenk vorbei am Pantheon und wir stehen auf der Piazza di Minerva vor dem Marmorelefanten von Gianlorenzo Bernini, der auf einer viel zu großen Satteldecke den kleinsten Obelisken trägt, aber den
längsten Rüssel hat.
Übrigens: In Rom stehen 13 Obelisken auf den schönsten Plätzen. Der größte (47 m) steht vor dem Lateran. Den ersten brachte
Augustus aus Heliopolis mit, den letzten klaute Benito Mussolini 1937 im äthiopischen Axum; er wurde 2004 in einer spektakulären Aktion zurückgegeben.
Wir besuchten hier auch die einzige gotische Kirche Roms, Santa Maria sopra Minerva, 1280 auf den Fundamenten des
Minervatempels erbaut. Links vor dem Altar steht der kraftvolle Christus von Michelangelo, der das Kreuz und die Marterwerkzeuge packt. Das bronzene Lendentuch wurde ihm erst später angebracht.
Berühmt sind auch die Fresken von Filippo Lippi (1488-92) in der Capella Caraffa im rechten Querschiff.
Und von da ging’s weiter zumTrevi-Brunnen (Fontana di Trevi). Viele kennen die imposante Kulisse aus Fellinis Film „La Dolce
Vita“, in dem Anita Ekberg ihren gewaltigen Busen in die Fluten des Trevibrunnens tauchte. 1750 schufen sich die Barockpäpste
ein letztes großes Denkmal, das ihrer eigentlichen Macht im Kirchenstaat nicht mehr entsprach. Giacomo della Porta,
Gianlorenzo Bernini, Pietro da Cortona und Carlo Fontana bauten den Riesenbrunnen auf einem winzigen Platz. Im Zentrum Ozeanus, der Meeresgott, der zwei Pferde lenkt: ein wildes und ein sanftes.
Auch wir haben wie fast alle Touristen über die linke Schulter eine Münze ins Becken geworfen, um bald wieder hierher nach Rom zu kommen.
Dann ein letztes Stück Wegs zur Piazza Barberini und mit der Metro zurück in unser Quartier, wo wir uns beim Abendessen mit
Acqua und Vino wieder stärken konnten. Mit dem Tagesrückblick in gemeinsamer Runde und dem geistlichen Abschluss endete unser 2. Tag in Rom.

Am Donnerstag, 27. März, ging es mit dem Bus nach Subiaco. Das Städtchen Subiaco liegt im Anienetal, 63 km südöstlich von
Rom mitten im Regionalen Naturschutzpark der „Monti Simbruini“. Sein lateinischer Name „Sublacum“ (sub lacum = unter den
Seen) stammt von den Stauseen, die Kaiser Nero anlegen ließ, um für sich eine prächtige Villa zu bauen zu lassen. An den wenigen Resten fuhren wir vorbei.
Als der Hl. Benedikt Ende des 5. Jahrhunderts hierher kam, war die Bevölkerung christlich und das Klosterleben bekannt. Der
junge Benedikt lebte hier ganz allein und unbekannt in einer Höhle des Bergs Taleo drei Jahre im Gebet vertieft; dann beendete er
seine Einsiedlererfahrung und bezog mit seinen Anhängern einen Teil der nahen Villa des Kaisers Nero und gründete das erste der
13 Klöster. Er begann das Klosterleben kennenzulernen und zu verbessern und seine „Regula“ zu schreiben. Später musste er
wegen des Neides des Fiorenzo, eines Pfarrers in einer Kirche in Subiaco, wegziehen. Er kam 529 nach Monte Cassino, wo er am 21. März 547 starb.
Wir besuchten das Kloster S. Benedetto, das man über der Heiligen Höhle (Sacro Speco) gebaut hat und das so an den Felsen
angelehnt ist, dass es Pius II. wie ein „Schwalbennest“ erschien. Giuliano erklärte uns die wunderbar restaurierten Fresken über
das Leben des Heiligen Benedikt und seiner Schwester Scholastica sowie die Fresken über Jesu Mutter Maria und die Leidensgeschichte Jesu.
Besondere Aufmerksamkeit galt dem Fresko des Hl. Franziskus von Assisi. Das Bild zeigt ihn ohne Heiligenschein und ohne die Wundmale an den Händen und gilt als ein ursprüngliches Bild.
Nach kurzem Fußmarsch wieder im Bus ging’s vorbei am Kloster S. Scholastica, in dem das erste Buch in Italien im Jahre 1465 gedruckt wurde, zum Mittagessen ins Ristorante Belvedere. Vor uns lag im Sonnenlicht das Panorama des Städtchens Subiaco
und wir bekamen ein wunderbares Menue mit einem Vorspeisenteller, zwei verschiedenen Pasta, Carne, Acqua und Vino, sowie einem köstlichen Kuchen mit Espresso.
Leider verschwand die Sonne bald hinter Wolken, unter Regen eilten wir zum Bus; der Besuch in Tivoli fiel buchstäblich ins
Wasser; wir fuhren zurück ins Quartier und hielten Siesta bis zum Abendessen. Mit dem Tagesrückblick in gemeinsamer Runde und dem geistlichen Abschluss endete unser 3. Tag in Rom.

Der Freitag, 28. März, begann nach Andacht(wieder mit einer Ostergeschichte) und Frühstück mit einer einstündigen Fahrt zur Domitilla-Katakombe, benannt nach Fl. Domitilla, verwandt mit dem Consul Flavius Clemens, die man mit anderen auf die Insel
Ponza deportierte, weil sie sich zum Glauben an Christus bekannte (im 15. Jahr der Regierung Domitians), wo sie als Märtyrerin gestorben ist.
Zuerst erlebten wir in einer Führung in der einzigen unterirdischen dreischiffigen Basilika des Heiligen Nereus und Achilleus (Reste
aus dem Jahr 375 noch vorhanden) die Geschichte der Katakomben, der unterirdischen Gräberstädte. Sie seien sozusagen das
„Archiv der Urgemeinde“. Heute hat es 17 km begehbarer Gänge mit über 100.000 Gräbern.
Für den Menschen der Antike gab es kaum Schlimmeres als unbeerdigt zu bleiben. Die Katakomben sind Orte des Glaubens an
die Auferstehung. „Ruhe- und Schlafgemach“ hat man sie genannt, weil man hier in der Naherwartung Christi auf die Auferstehung
wartete. Deswegen haben die Grabinschriften kaum persönliche Daten. Datierbar sind die Gräber durch die Ziegelplatten, mit
denen man sie verschloss. Sie sind durch das Siegel des Herstellers gezeichnet.
Hier hat man auch die Märtyrer bestattet, die für die erste Gemeinde in der Praxis des Glaubens „Advokaten“ bei Gott waren.
Darum feierten die ersten Christen zu den Jahrestagen ihrer Verstorbenen hier auch die Eucharistie .
Noch unter dem Eindruck der Führung, feierten wir an der tiefsten Stelle der Katakombe das Heilige Abendmahl, so wie es auch
früher die Pilger in den Hauptkirchen Roms taten. Alle PilgerInnen entzündeten ihre Osterkerze und im Kerzenschein gestalteten
Pfr. Klaus Gruzlewski und Dekan i.R. Wolfgang Schwandner gemeinsam mit der Gruppe unseren Abendmahlsgottesdienst an
einem Ort, wo seit 2000 Jahren Gottes Lob laut wird und die Gebete gen Himmel steigen.
Wieder im Bus geht es weiter zur Via Appia Antica. Das Wetter meinte es wieder gut mit uns und so spazierten wir bei Sonnenschein auf teilweise uralten Steinen.
Nach der Legende begegnete der Apostel Petrus auf seiner Flucht aus Rom dort Christus und fragte ihn „Quo vadis, Domine?“
(Wohin gehst du, Herr?) und erhielt zur Antwort „nach Rom, um mich erneut kreuzigen zu lassen“. Daraufhin kehrt Petrus um, wurde in Rom gefangengenommen und gekreuzigt.
Nach einer Stunde hier führt uns unser Weg nun nach Ostia Antica. Im Ort zuerst für eine kurze Mittagpause bei einem Stück
Pizza. Dann gehen wir in den prächtigen Park mit den Ausgrabungen der antiken Hafenstadt Roms an der Mündung (Ostium) des
Tiber. Wir bewunderten die antiken Reste der Stadt, die mächtigen Bauten, die Mosaiken in den Bädern und Handelshäusern und
das Theater mit seiner einzigartigen Akustik, die wir mit einem Kanon demonstrierten.
Gegen 16 Uhr brachte uns unser Bus zurück ins Quartier für kurze Rast. Dann fuhren wir mit der Metro zum Ristorante d’Orso, wo
wir unser Festliches Abendessen hatten in einem typisch römischen Lokal: 14 verschiedene Antipasti, Meeresfrüchte, Fisch,
Weißbrot, Vino rosso e bianco, Obstsalat, Espresso; zum Schluss Amaro, Lemoncello und Grappa. Es war ein wunderbares Fest. Und dann ging es mit 10 Taxen zurück ins Quartier.

Wie an den Tagen zuvor nach Andacht und Frühstück fuhren wir am Samstag, 29. März,
mit der Metro zur Piazza del Popolo. Als Königin Christina von Schweden 1655 ante portas stand, hatte Bernini das hundert Jahre alte Renaissancetor barockisiert.
Hier kamen früher alle Besucher aus dem Norden an. Giuseppe Valadier schuf um 1830 den klassizistischen Platz, den Santa
Maria del Popolo und die Zwillingskirchen Santa Maria dei Miracoli und Santa Maria in Monte Santo einkreisen. Mitten im Platz
der Flaminia-Obelisk, der den Sonnentempel in Heliopolis (1200 vor Chr.) einst zierte.
Im angrenzenden Augustinerkloster der Kirche Santa Maria del Popolo wohnte 1510 Martin Luther, als er in
Ordensangelegenheiten in Rom war. Im Inneren bewunderten wir die beiden Bilder von Caravaggio: Die „Bekehrung des Paulus“
und die „Kreuzigung Petri“ mit seiner besonderen Maltechnik der Hell- und Dunkelkontraste und die Fresken von Pinturicchio. Die
Capella Chigi hat Raffael im Auftrag einer Bankiersfamilie ausgeschmückt. Die Marmorfiguren des Hochaltars, der die „Madonna del Popolo“ trägt, sind von Bernini und Lorenzetto.
Dann ging es hinauf auf die Pincio-Terrassen, einer Parkanlage, und von da zur Spanischen Treppe, an deren oberen Ende die
französische Kirche „Trinita del Monti“ steht, immer begleitet von einer wunderbaren Aussicht auf Rom in der Frühlingssonne; manchmal schon fast wieder zu warm.
Die beschwingten Balustraden der Spanischen Treppe sind das harmonische Ergebnis eines jahrzehntelangen Streits zwischen
den Päpsten und der französischen Krone. Die Franzosen finanzierten den Aufgang zu ihrer Nationalkirche, und am liebsten hätte
sich der Sonnenkönig hier selbst ein Denkmal gesetzt. Aber die Päpste setzten sich durch und ließen 1723 die elegante Treppenanlage von Allessandro Specchi und Francesco de Sanctis schaffen.
Pietro Bernini, Vater des berühmten Gianlorenzo, ließ am Fuß der Spanischen Treppe 1629 einen Brunnen in Form einer Barkasse bauen, der an einen hier nach Tiberhochwasser gestrandeten Kahn erinnert.
An teuren Modeboutiken (Gucci, Missoni, Valentino) und Juweliergeschäften vorbei besuchen wir nun das Antico Caffe`Greco, das
berühmte Künstlercafe, wo schon vor uns Goethe, Stendhal, List, Grieg, Mendelssohn, Wagner und Byron im alten Dekor Kaffee
tranken. Der vornehme Ober im schwarzen Gehrock, rückt sofort das Schild „chiuso“ beiseite, weil jetzt quarantuno (41) Gäste
kommen, die einen Cappuccino und Ostergebäck genießen wollen. Auch wir erleben das vornehme Ambiente und unsere Füße können sich ein wenig erholen.
Dann geht’s weiter per pedes vorbei an den Kaiserforen und dem Nationaldenkmal zum Kapitolio, wo nun Frau Elisabeth Nitzsche
der Gruppe einen kurzen Einführungsvortrag zum Kapitol mit dem Reiterstandbild von Marc Aurel, dem Logo von Rom der „Wölfin mit Romulus und Remus“ und dem Forum Romanum hält. Da Woche der Kultur ist, ist der Eintritt frei und wir gehen nun
miteinander auf dem Forum Romanum die Via Sacra (Heilige Straße) hinauf zum Titusbogen, wo die beiden Reliefs von der
Zerstörung Jerusalem im Jahr 70 zeugen. Deutlich kann man die Vasa Sacra aus dem Jerusalemer Tempel wie den Siebenarmigen Leuchter erkennen.
Nun macht die Sonne mir und auch einigen anderen doch etwas zu schaffen. Einige Unermüdliche erklimmen den Palatin und
haben von dort einen schönen Blick aufs Forum Romanum. Andere gehen gleich weiter hinunter zum Konstantinsbogen.
Konstantin ließ sich den Triumphbogen setzen, um den Sieg über seinen Widersacher Maxentius an der Milvischen Brücke (312
nach Christus) zu feiern. Und zum Kolosseum: Kaiser Vespasian ließ das ellipsenförmige „Anfiteatro Flavio“, wie es eigentlich
heißt, 72 n. Chr. bauen, fürs Volk als ein Zeichen für bessere Tage. Nach nur 8 Jahren Bauzeit weihte sein Sohn Titus die vierstöckige Arena mit hunderttägigen Festspielen ein.
Die verbleibenden wenigen Stunden waren als tempo libero dann zur eigenen Verfügung: Vielleicht zum Besuch von Santa Maria Maggiore, oder San Pietro in Vinculi mit Michelangelos „Mose“; oder nochmals zum Pantheon und zur Piazza Navona; aber auf
jeden Fall zum Besuch im Giolitti, dem Paradies der Eisesser an der Via Ufficio del Vicario. Das Eis „Der Becher Giolitti“ war ein Gedicht.
Zum Abendessen mit Spaghetti (1. Gang) um 19:30 fanden sich dann wieder alle PilgerInnen ein. In der anschließenden
gemeinsamen Runde ließen wir noch einmal unsere Tage in Rom Revue passieren. Wir waren dankbar, dass das Wetter (bis auf
den Nachmittag bei der Heimfahrt von Subiaco) es mit uns doch ganz gut gemeint hatte. Und ein Dankeschön gab’s dann auch
von der Pilgergruppe für Pfr. Klaus Gruzlewski und für Dekan i.R. Wolfgang Schwandner in Form einer Flasche Amaro und
Lemoncello. Und auch wir beide sagten Danke. Molto Grazie! Herzlicher Dank: „Ihr wart eine ganz tolle Pilgergruppe!“

Am nächsten Morgen, Sonntag, 30. März, nach recht wenig Schlaf, da die Zeitumstellung uns eine Stunde kostete, ging es nach
kurzem Frühstück um 7:00 Uhr zurück Richtung München, nicht ohne zuvor im Bus unsere letzte Andacht gehabt zu haben. Ja,
und dann holten wir alle ein wenig Schlaf nach, nur Franz nicht, der steuerte in bewährter und sicherer Weise den Bus.
Gegen 10 Uhr erste kurze Rast: Nun bekommen alle das Morgenmenue: Orangensaft, Cappuccino und ein cornetto con crema.
Die Lebensgeister kehren wieder und bei herrlichem Sonnenschein geht’s an Montepulcano und Florenz vorbei durch die Berge bis
Bologna, wo wir als echte Pilger uns die Brötchen, Wasser und Wein als Mittagessen schmecken lassen, die uns die Schwestern für die Rückreise mitgegeben haben.
Nach einer letzten kurzen Rast bei Brixen geht’s nun bis München durch, wo wir an der Jubilatekirche um 19:30 Uhr ankommen.
Gottseidank alle wohlbehalten, was Pfr. Klaus Gruzlewski mit uns in einer letzten Abschlussrunde um den Altar in der
Jubilatekirche mit Lied und Gebet vor Gott bringt. Eine etwas anstrengende, aber sehr schöne Pilgerreise mit vielen Eindrücken und Begegnungen ist zu Ende. Leider.
Wolfgang Schwandner Dekan i.R.
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