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Was vom Ökum. Kirchentag übrig bleibt

Jubilatekirche München Waldperlach und St. Martin Putzbrunn (im Ökumenischen Kirchenzentrum)

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ÖKT-Gemeindestimmen
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Sie werden fehlen, die vielen orangefarbenen Tücher um Hals oder Kopf gewickelt, oder nur an der Tasche hängend, die die U-Bahn füllten, bis kaum noch Platz war. Trotz des schlechten Wetters lachte man, sah den Anderen und sprach mit ihm. Es war ein nachdenklicher, zweifelnder Kirchentag, den das Motto trug „Damit ihr Hoffnung habt". Aber wann wird der nächste ökumenische Kirchentag sein? Was bringen die Ankündigungen von Dresden (evang.) und Mannheim (kath.) für das zarte Pflänzchen ÖKUMENE?

Die globale Wirtschafts- und Finanzkrise und die Frage der sozialen Gerechtigkeit verunsichern die Menschen. Gerade von den christlichen Kirchen erwarten sie Antworten auf ihre drängenden Zukunftsängste in den Zeiten von existentiellen Umbrüchen und Veränderungen. Aufgabe der Kirchen wäre es, Zeichen der Hoffnung und der Orientierung zu setzen, sowie Propheten eines menschenwürdigen Lebens zu sein. Mein Eindruck von den Workshops und Podiumsdiskussionen zu den Themen Verhältnis von Kirche und Wirtschaft, Zusammenhalt der Gesellschaft, Toleranz und Aufeinanderzugehen ist zwiespältig: Die Äußerungen der kirchlichen Vertreter waren häufig zu allgemein und lassen stringente Folgerungen vermissen. Immerhin kündigten die obersten Würdenträger eine gemeinsame, konfessionsübergreifende Erklärung zur aktuellen Lage an.

Hier wird nicht Fußballbegeisterung gefeiert, hier beschäftigt sich ein Massenpublikum begeistert damit, was für uns richtig und falsch ist, gut und böse - und dies in einer neuen Mischung aus junger Generation und in die Jahre gekommenen Gesellschaftsveränderern.

Der ÖKT war ein Kirchentag in Zeiten der Krise. Einer Finanzkrise, einer Führungskrise, einer Vertrauenskrise und damit einer Kirchen- und Glaubenskrise. Vielleicht stimmt das Wort unseres Innenministers Thomas de Maiziere: „Bischöfe und Bischöfinnen kommen und gehen. Die Kirche bleibt und die Christen erst recht."

Nach mehreren Wochen der vorbereitenden Proben trafen sich hunderte Bläser zum gemeinsamen Musizieren. Der Abendsegen am Mittleren Ring auf 11 Bühnen, wo ein kanonischer Klang weiter getragen wurde, war ein ganz neues Erlebnis.

Was ich mitnehme aus München? Vielleicht, dass so ein Kirchentag doch mehr Menschen bewegt als viele denken.

Der Vespergottesdienst nach orthodoxem Ritus, das gemeinsame Brotbrechen mit Äpfeln, Öl und Wasser war ein spiritueller Höhepunkt und ein großartiges Zeichen ökumenischer Verbundenheit.

So erlebten wir mit unseren Gästen den Abend der Begegnung, der mich sehr beeindruckte durch die Lichterkette und das gemeinsame Vaterunser mitten in der Nacht am Stachus.

Die Innenstadt am Mittwochabend von einem Segens- und Lichterkreis von über 100.000 Christen umgeben: wunderbar!

Leichtigkeit und Freundlichkeit in überfüllten U- Bahnen: wenn das jeden Morgen so wäre!

Große Gemeinschaft beim Samstagabendgottesdienst in Putzbrunn, als die katholische Gemeinde komplett in die evangelische Kirche kam, weil der Priester kurzfristig erkrankt war, als wir begleitet von einem spontanen Marienlied der Moosdorfegger Sängerinnen Abendmahl feierten: damit Ihr Hoffnung habt!

Auf dem „Abend der Begegnung" waren wir mit unserer Begegnungsorgel vertreten. An dem günstig gelegenen Platz mitten in der Fußgängerzone strömten viele Besucher vorbei. Wir präsentierten unsere Partnerschaft zu Saja in Tansania. Es ergaben sich eine Reihe von interessanten Gesprächen mit deutschen und auch afrikanischen Kirchentagsbesuchern. Dabei bekamen wir auch einige Spenden für unsere Partnerschaftsarbeit.

Zufrieden, dass alle auswärtigen Besucher ein Bett hatten, kann ich von mir sagen, dass auch ich einen kleinen Teil zum Gelingen des ÖKT beigetragen habe.