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Kernaufgaben/Grundangebot:
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“Das Alte Testament kennt die Liebe als
geheimnisvolle Kraft, die Menschen in Gefühl, Willen und Gedanken aneinander kettet: den Vater an den Sohn, den Mann an die Frau” beschreibt das renommierte Lexikon “Die
Religion in Geschichte und Gegenwart” und weist auf einen interessanten Sprachbefund hin. Das hebräische Wort für “lieben” - ahäb - enthält auch den Akzent des wählenden
Entschlusses und ist nicht auf die Sphäre des Gefühls zu begrenzen. - Im Neuen Testament betont der griechische Begriff “Agape” den Hingabe-Charakter der Liebe.
Der Theologe Uwe Birnstein macht sich auf die Suche nach den bewegendsten und außergewöhnlichsten Geschichten der
Bibel. (Quelle: Sonntagsblatt, Nr. 41 vom 11. Okt. 2009)
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Das wichtigste Gebot: Gott lieben
5, Mose 6,4 f
Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieb haben von ganzen Herzen.
Das jüdische Glaubensbekenntnis weist
der Liebe einen hohen Stellenwert zu. Dass man Gott »liebhaben« solle von ganzem Herzen, wünscht es sich. Um das nicht
zu vergessen, solle man es an jede Tür schreiben. Bis heute beherzigen die meisten jüdischen Gläubigen dieses Zeichen und befestigen eine Mesusa, eine Kapsel mit dem Glaubensbekenntnis,
am rechten Türpfosten. Im christlichen (nichtbiblischen) Glaubensbekenntnis kommt das Wort »Liebe« seltsamerweise nicht vor.
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Gott liebt sein Volk
5. Mose 7,6f
Der Herr hat euch angenommen, weil er euch geliebt hat.
Weder aus herablassendem Wohlwollen noch aus Berechnung habe Gott das Volk Israel
auserwählt, sondern aus Liebe. Liebevoll wie ein Vater oder eine Mutter handelt er folglich. Dass er oft Gnade vor Recht walten lässt und zum Beispiel angekündigte Strafen wieder
zurücknimmt, ist auf die Liebe zurückzuführen, die sogar stärker ist als Gottes Wille. Einmal bekennt Gott sogar, dass ihm sein Herz breche, würde er seine Drohungen gegenüber dem
unfolgsamen Volk wahrmachen (Jeremia 31,20).
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Loblied auf die Erotik
Hoheslied
Liebe ist stark wie der Tod
In der Bibel findet sich auch eine Hommage an die erotische Liebe: das »Hohelied«.
Es schildert das Verliebtsein von Salomo und einer namentlich nicht genannten Frau (der Legende nach heißt sie »Sulamith«), die die Wonnen der Erotik erleben. Bis ins 20. Jahrhundert
haben Theologen behauptet, es handele sich um eine Allegorie für die Liebe zwischen Gott und der Kirche. Wer das mitreißende und herzerwärmende Buch liest, wird diese Auffassung
schwerlich nachvollziehen können.
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Das “Doppelgebot der Liebe
Markus 12,31f
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.
Als »Doppelgebot der Liebe« gilt ein Ausspruch Jesu: Erstens solle man Gott lieben »von ganzem Herzen,
von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«; außerdem solle man
seinen Nächsten lieben wie sich selbst. Die fromme Weisheit stammt keineswegs von Jesus; vielmehr
greift er zwei alttestamentliche Grundgebote auf und fasst sie zusammen (5. Mose 6,4f. und 3. Mose 19,18). Auf diese Weise signalisiert er den Schriftgelehrten Jerusalems, dass er mit
seiner Lehre ganz auf dem Boden des jüdischen Glaubens steht.
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Die Liebe höret niemals auf
1. Korinther 13
Nun aber bleiben Glaube, Liebe und Hoffnung, diese drei, aber die Liebe ist die größte
unter ihnen.
In diesem Kapitel des Korintherbriefes
wird aus dem systematisch denkenden Theologen Paulus ein demütiger Liebes-Bekenner. Dass die Liebe größer als der Glaube sei: Diese Einsicht wird bis heute von den Dogmatikern und
Glaubenswächtern aller Konfessionen und Religionen viel zu wenig beachtet. Wer sich im Besitz des Glaubens wähne, sogar Berge versetzen könne: Ohne Liebe wäre dieser Mensch nichts. Auch
allen religiösen Schönrednern und -predigern schreibt Paulus Denkwürdiges ins Stammbuch: »Wenn ich mit Engelszungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich eine klingende Schelle.«
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Gott ist Liebe
1. Johannes 4,16
Gott ist die Liebe.
Wie man sich Gott
vorstellen kann? Der Verfasser des ersten Johannesbriefes hat eine ebenso schlichte wie ergreifende Antwort: »Gott ist Liebe.« Ein Ausspruch, der seine verkitschte Version in der
Formulierung »Ich glaube an die Macht der Liebe« findet. Dem neutes-tamentlichen Verfasser geht es jedoch um eine ganz bodenständige Argumentation: Wenn Gott Liebe ist und wenn er die
Menschen als »Gottes Kinder« liebt, dann ist das als Aufforderung zu verstehen: »Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt«.
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Liebt eure Feinde!
Matthäus 5, 43f
Liebt eure Feinde und bittet für die, die dich verfolgen.
Wahrlich Großes fordert Jesus von seinen Nachfolgern: Dass sie nicht nur Freunde,
sondern sogar die Feinde lieben! »Wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid -was tut ihr Besonderes?«, fragt Jesus in der Bergpredigt. Gott lasse seine Sonne aufgehen über Böse und
Gute - also sollen auch die Menschen ohne Rücksicht auf Sympathie lieben. Die ersten Christen setzten bereits den jesuanischen Wunsch in die Tat um. »Man schmäht uns, so segnen wir«, sagt
der wegen seines Glaubens verfolgte Apostel Paulus (1. Korinther 4,12). Das wirklich Neue an der Feindesliebe wird auch bei einem Blick in die Schriften der Essener-Sekte deutlich, die in
Qumran am Ufer des Toten Meeres lebte: Sie plädierten dafür, nur die »Kinder des Lichtes« zu lieben, die »Kinder der Finsternis« jedoch zu hassen.
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aktualisiert: Montag, 28. März 2011
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