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Meine Zeit steht in Gottes Hand

Jubilatekirche München Waldperlach und St. Martin Putzbrunn (im Ökumenischen Kirchenzentrum)

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Kernaufgaben/Grundangebot:

Gemeindeleben:

 

Schätze den Arzt, weil man ihn braucht;
denn auch ihn hat Gott erschaffen.

Von Gott hat der Arzt die Weisheit;
vom König empfängt er Geschenke.

Das Wissen des Arztes erhöht sein Haupt,
bei Fürsten hat er Zutritt.

Gott bringt aus der Erde Heilmittel hervor,
der Einsichtige verschmähe sie nicht.

Er gab den Menschen Einsicht,
um sich durch seine Wunderkräfte zu verherrlichen.

Durch Mittel beruhigt der Arzt den Schmerz,
ebenso bereitet der Salbenmischer die Arznei,
damit Gottes Werke nicht aufhören
und die Hilfe nicht von der Erde Verschwindet.

 

Mein Sohn, bei Krankheit säume nicht,
bete zu Gott; denn er macht gesund.

Lass ab vom Bösen, mach deine Hände
                                                    rechtschaffen,
reinige dein Herz von allen Sünden.

Doch auch dem Arzt gewähre Zutritt.
Er soll nicht fernbleibrn, denn auch er ist
                                                        notwendig.

Zu gegebener Zeit liegt in seiner Hand derErfolg;
denn auch er betet zu Gott,

er möge ihm die Untersuchung gelingen lassen
und die Heilung zur Erhaltung des Lebens

Aus Jesus Sirach. Kapitel 38

 

 

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Liebe Gemeinde,

eine neue Hüfte? Inzwischen Routine. Grauer Star? Kein Problem. Diphterie? Kein Thema mehr für heutige Kinder, meine Tante musste noch daran sterben. Die Möglichkeiten der modernen Medizin, zu helfen und zu heilen, sind wirklich überwältigend. Die Lebensqualität steigt. Und in der Kunst der Ärzte und Pflegenden können wir auf jeden Fall Gottes Hilfe sehen (siehe die Sätze aus Jesus Sirach  weiter oben, sie sind etwa 2200 Jahre alt).

Zugleich entstehen neue Fragen: soll die 95jährige künstlich ernährt werden? Schaltet man bei dem 40jährigen, der seit Jahren im Koma liegt, die Geräte ab? Darf ein Arzt dem Wunsch eines Patienten, aus dem Leben zu gehen, entgegenkommen? Darf ein künstlich gezeugter Embryo mit genetischen „Defekten“ „verworfen“ werden?

Menschen müssen entscheiden. Patienten, Angehörige, Ärzte. Müssen entscheiden über „Leben oder Tod“, müssen „Schicksal spielen“, müssen bewerten, ob ein Leben „lebenswert“ ist oder nicht. Das bringt Gewissenskonflikte und manch schlaflose Nacht mit sich.

Friedhof Perlach

   Friedhof von Perlach

Da ist es gut, dass die „Handreichung der evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern zu Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung“ den Titel trägt: „Meine Zeit steht in Gottes Händen.“ 

„Meine Zeit steht in Gottes Händen“: der Anfang des Lebens im Verborgenen und die Geburt, Kindheit und Erwachsensein, Lieben und Lachen, Gesundheit und Krankheit, Altwerden und Sterben - und das, was nach dem Tod ist. Alle Zeit steht in Gottes Händen.

Friedhof Putzbrunn

   Friedhof von Putzbrunn

Auch die Entscheidungen, die wir über Lebensanfang oder -ende zu treffen haben, stehen so in Gottes Hand. Ob die Entscheidungen richtig sind, werden wir nie letztgültig fest stellen können, da wir die Alternativen ja nicht ausprobieren können. Wir dürfen uns aber mit unseren Entscheidungen in Gottes Hand bergen.  Mit den Entscheidungen, die uns richtig erscheinen und mit den Entscheidungen, die uns im Nachhinein zu schaffen machen. Auch das Fragmentarische des Lebens und die offenen Fragen gehören zu unserem Glauben dazu, und wir können auch sie vor Gott bringen.

Die Kirchen versuchen zu helfen: Mit der christlichen Patientenverfügung, mit Beratungsangeboten für werdende Eltern, in Ethik-Kommissionen an den Kliniken, durch Stellungnahmen zu Sterbehilfe u.a., mit Gottesdiensten, Seelsorge und Gebet, und natürlich auch durch Trauerfeiern auf Friedhöfen (siehe Titelfoto).

In der Jubilategemeinde laden wir Sie ein zu einem Gottesdienst mit dem Hospizkreis Ottobrunn ), zum Gottesdienst am Ewigkeitssonntag  und zu einem Abend zum Thema Depressionen  Und gerne auch zu persönlichen Gesprächen mit uns Pfarrern.

Die Kirchengemeinde ist ein Ort, an dem wir Lebensfragen samt unseren Hoffnungen und Ängsten ehrlich diskutieren können. Eben weil unsere Zeit in Gottes Händen steht.

Es grüßt Sie herzlich    
Ihre Pfarrerin Barbara Hopfmüller